Aktuelles zum Thema - Januar 2010

19.01.10

Der Mann, der Shakespeare erfand - Edward de Vere, Earl of Oxford

Zur Zeit sorgt das angelsächsische Smalltalk-Thema Nummer eins auch im deutschsprachigen Raum für erheblichen Wirbel. Schuld daran ist Kurt Kreilers, jüngst erschienenes Buch: „Der Mann, der Shakespeare erfand: Edward de Vere, Earl of Oxford" - eine Hommage an den „Meister der poetischen Selbsterforschung, Artisten der Liebesrhetorik, seelenkundigen Tragöden und illusionslosen Illusionisten"....

Novalis sagte einmal: „Fragen sind wie Netze!". Sofern jemand feines Gedankengut besitzt, sind auch die Gitter im Netz sehr fein und man wird auch die kleinsten Fische fangen können. Kein Zweifel: Brillant plädiert Kurt Kreiler mit einer Fülle verblüffender Details für seine These. Seine Schilderungen, Ableitungen, Zitatsammlungen sind schlagend. Spannend, klug, aktuell: ein neues Shakespearebild auf höchstem Niveau.

Der vollständige Text unter:Theater-Forschung

in englischer Übersetzung


18.01.10

Shakespeare: Wahrnehmungsgenie oder Strohmann?

von Jürgen Busche

Aus der Gruppe der drei, vier Männer, die lange Zeit ernsthaft als Autoren der Werke Shakespeares in Betracht kamen, ist seit einigen Jahrzehnten mit zunehmender Plausibilität Edward de Vere, der 17. Earl of Oxford, herausgehoben worden. Dass jener William Shakespeare aus Stratford upon Avon wohl kaum „Romeo und Julia", den „Kaufmann von Venedig" oder die Sonette hat schreiben können, muss auch schon Mark Twain klar gewesen sein, wie man seinen sarkastischen Bemerkungen über dessen Testament entnehmen kann...

Für eine Biographie des Mannes, der den „Hamlet" schrieb, wissen heute die Anhänger der Oxford-Auffassung unendlich viel mehr als diejenigen, die weiterhin an der Stratford-These festhalten.

Lesen Sie den ganzen Text unter: Cicero, Magazin für politische Kultur


12.1.2010

FAZ zur Autorschaftsfrage von Shakespeare (Artikel nicht online)

Rettungsversuch für Stratford

FAZ bringt Rezension von „Der Mann, der Shakespeare erfand"

Link: Artikel auch auf Englisch

Nach Rezensionen in zahlreichen deutschsprachigen Print-Medien beschließt die FAZ vorläufig den Reigen. Tobias Döring versucht als einziger, Partei für Stratford zu ergreifen - dies aber nur indirekt und mit der sehr defensiven Begründung „Es gibt keinen Grund zu zweifeln."

Döring irrt aber, wenn er behauptet, das einzige Argument gegen Stratford läge darin, dass der ungebildete Landmann das Werk nicht habe schreiben können und man deshalb einen anderen suchen müsste. Die zahlreichen anderen Gründe, die gegen Stratford sprechen, werden von ihm ignoriert. Er behandelt Kreilers Buch in herablassend-abfälligem Ton. Es ist nicht ausgeschlossen, dass es auch Schwächen hat, die kritisiert werden dürften. Döring unterlaufen aber gravierende Fehler. Er behauptet u. a., dass seit der Entdeckung von 1920 kaum weitere Argumente für Oxford aufgetaucht wären. Das ist grob falsch und ignoriert die gesamte Forschungsgeschichte. Döring zitiert Alan Nelson, der behauptet, de Veres Dichtungen wären von minderer Qualität. Döring übernimmt diese Behauptung ungeprüft und wähnt sich offenbar in der Lage, den Benezet-Test, der genau das Gegenteil beweist, lösen zu können. Das hat bisher kein Shakespeare-Forscher geschafft!

Das Argument, es wären noch Shakespeare-Dramen nach 1604 entstanden, wird immer wieder zitiert und ist uralt. Döring übernimmt es auch gedankenlos. Er sollte eigentlich wissen können, dass es keinerlei Dokumente gibt, die so etwas zeigen würden. Insbesondere beim „Sturm" ist dies längst widerlegt. Auch diese Forschungsergebnisse sind Döring unbekannt geblieben oder werden ignoriert. Historische Tatsachen interessieren ihn dann auch nicht weiter. Wie ist es sonst möglich, dass er den Jüngling der Sonette (vermutlich der Graf von Southampton) zu Oxfords Schwiegersohn erklärt? Hier hätte er genauer nachschauen können.

Der Rettungsversuch für den Mann aus Stratford ist missraten und kann nicht überzeugen.

Die FAZ titelt: "Wer bin ich - und wenn ja, wie viele nicht?" in leichter Abwandlung des Buchtitels „ Wer bin ich - und wenn ja wie viele?" von Richard David Precht. Hier deutet sich noch die Bereitschaft an, Fragen ernsthaft zu stellen. Precht schreibt: "Fragen zu stellen ist eine Fähigkeit, die man nie verlernen sollte." In Bezug auf Stratford zeigt Döring diese Fähigkeit aber nicht.

Heinrich Heine schrieb 1838, es sei ein Glück, dass wir über das Leben von Shakespeare so gut wie nichts wissen. Tobias Döring, Anglistikprofessor in München, gehört zu denjenigen, die dieses Paradies der Unwissenheit nicht gerne aufgeben mögen und nicht einsehen wollen, dass die Vertreibung aus dem Paradies unausweichlich ist.


 

11.01.2010

unter

„Erfreuliche Förderbilanz 2009"

wird mitgeteilt:

Die Kunststiftung NRW vergab in diesem Jahr zehn Arbeitsstipendien für Autoren und literarische Projekte. Norbert Wehr erhält Unterstützung für sein Thomas-Kling-Projekt; Angela Steidele für ihre Biographie "Der maskierte Liebhaber. Adele Schopenhauer und Sibylle Mertens-Schaaffhausen"; Kurt Kreiler für seine Übersetzung von Shakespeares Liedern und Gedichten;

Kunststiftung


9.1.2010

Süddeutsche Zeitung, 5./6.1.2010
Who wrote the plays of William Shakespeare?
Translation by John Tanke, Berkeley, CA.


09.01.2010  Aus dem "Globe"


5. /6. 01.2010

Wer schrieb die Dramen William Shakespeares?

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung

Großen Eindruck hat Kurt Kreilers Biografie des elisabethanischen Aristokraten Edward de Vere, Earl of Oxford, bei Rezensent Ekkehart Kippendorff hinterlassen. Im Mittelpunkt sieht er nicht den seit 150 Jahren währenden Streit um die wahre Identität William Shakespeares. Im Gegenteil: Für den Autor ist längst entschieden, dass der Earl of Oxford der Schöpfer des Shakespeare'schen Werks ist...

Siehe: perlentaucher

siehe auch: eine Fußnote

siehe auch: bücher.de


05.01.2010

To be Shakespeare or not to be

Die Autorschaft Shakespeares an seinem umfangreichen Werk wird spätestens angezweifelt, seit Mark Twain Ende des 19. Jahrhunderts fragte, wie ein Kleinstadt-Lateinschulabsolvent ohne weitere Bildung eine solche Leistung erbracht haben könne. Kurt Kreiler hat Edward de Vere, 17. Earl of Oxford, als Urheber ausgemacht. Er gehe auf anders lautende Diskussionen überhaupt nicht mehr ein, sondern wolle dem Menschen de Vere ein literarisch-historisches Gesicht geben, so die „SZ".

Buchreport

siehe auch: eine Fußnote


6.1.2010

Brief Chronicles gewinnt sechs neue Herausgeber

Das interdisziplinäre Journal der Shakespeare Fellowship, das die Autorschaftsfrage aus Oxfordischer Sicht behandelt, gibt bekannt, dass das Team der Herausgeber um sechs anerkannte Wissenschaftler erweitert wurde.
Gleichzeitig wird Brief Chronicles jetzt auch in zwei internationalen Bibliographien nachgewiesen: Modern Language Association International Bibliography (MLA) und World Shakespeare Bibliography.
Die neuen Mitglieder des Herausgeberteams sind:
Geoffrey M. Hodgson, PhD, Research Professor in Economics at. The University of Hertfordshire in England
Donald Ostrowski, PhD, a Research Advisor in the Social Sciences and a Lecturer at Harvard University's Extension School
Mike Hyde, PhD in English from Tufts University, an MA from Tufts, and a BA in English with high honors from Harvard College.
Ren Draya, PhD, a Professor of British & American Literature at Blackburn College, a small liberal arts school in central Illinois,
Felicia Hardison Londré, Curators' Professor of Theatre at the University of Missouri -Kansas City
Carole E Chaski, PhD, the President of ALIAS Technology LLC, Executive Director of the Institute for Linguistic Evidence.

Vollständiger Text (Englisch)


Vorschau: WDR 3 Guttenbergs Welt, 24. 1. 2010

Dass sich viele Dinge in der Biographie William Shakespeares nicht zusammenfügen, hat auch schon viele Leser beschäftigt. Wie konnte so ein einfacher Bursche vom Lande solche feinen Bühnenstücke herstellen? Kurt Kreiler glaubt, die Rätsellösung zu kennen, und tippt auf den 17. Earl of Oxford als wahren Autor des Hamlet.

Vorschau zur Sendung


Neue Theorien

Das Phantom Shakespeare

Von ihm sind uns 35 weltberühmte Dramen und 154 Sonette erhalten - Doch die Spuren dieses grandiosen Dichters führen in einen Dschungel der Spekulationen.

P.M. History