März 2010 - Aktuelles zum Thema

27.3.2010

James Shapiro (1)

Wer schrieb Shakespeare? / Umstrittener Will

James Shapiro , Professor an der Columbia Universität in New York, überschreitet eine Grenze: Die Frage, wer Shakespeare schrieb, ist für die etablierte Wissenschaft alleine schon unerlaubt und ein Sakrileg. Shapiro versucht zwar die traditionelle Antwort zu geben, befasst sich aber ausführlich mit der Autorschaftsfrage. Dies ist bisher von der Wissenschaft peinlich vermieden worden. Shapiro weckt so (absichtlich?) die Neugier seiner Leser.

Contested Will: Who Wrote Shakespeare? by James Shapiro (New York: Simon & Schuster, 2010)

Eine ausführliche Rezension gibt Richard Wahlen auf der Internetseite der

Shakespeare Oxford Society - News Online

Whalen reviews Contested Will

Übersetzung:

Wahrlich eine Premiere ist das, dass ein führender Vertreter des orthodoxen Establishments, Professor James Shapiro von der Columbia University, die Debatte darüber, ob William Shakespeare von Stratford wirklich der Verfasser der ihm zugeschriebenen Gedichte und Stücke sei, ernst nimmt und das Thema nicht mit einer Handbewegung vom Tisch wischt, sondern ihm ein ganzes Buch widmet und damit vielleicht ein Zeichen für die Anerkennung der Verfasserschaftsfrage als eine forschungs- und diskussionswürdige Fragestellung in der akademischen Welt gesetzt hat, ungeachtet dessen, dass Shapiro selbst der Orthodoxie treu bleibt.

Shapiro schreibt die Geschichte der Verfasserschaftsdebatte, angefangen mit Delia Bacon in den 1850er Jahren bis zur "Declaration of Reasonable Doubt" 2007 und Einrichtung der zugehörigen Website www.DoubtAboutWill.org. Er anerkennt, dass der 17. Graf von Oxford der bei weitem eindruckvollste Herausforderer ist und die Oxfordianer in den letzten Jahrzehnten beachtliche Erfolge verbucht haben. Sein Schlusswort lautet, dass eine Wahl getroffen werden muss, eine einschneidende und folgenreiche Wahl.

Lesen Sie die vollständige Rezension


27.3. 2010

Derogativ

v. Koppenfels (1) 

Rezension von Kurt Kreilers „Der Mann, der Shakespeare erfand" in der NZZ.

Werner von Koppenfels (Prof. em. für Anglistik an der Ludwig-Maximilians-Universität München) verzichtet in seiner Rezension nicht auf eine abwertende und herabsetzende Wortwahl. Das Buch wird zum „Schmöker" und bei kaum verhohlenem Ärger über den Inselverlag zum „Machwerk". Deutschland hat das „Oxford-Fieber" ergriffen und es ist von der „Sektierernische" die Rede. Dem Graf von Oxford wird süffisant ein „buntes Liebesleben"  angedichtet (wofür jeder dokumentarische Beleg fehlt). Koppenfels konnte es nicht lassen, die Übersetzung „der Spinner" für „Looney" zu zitieren (was auf einem sprachlichen Irrtum beruht).

Er beruft sich auf „etablierte Forschungsresultate", bezeichnender Weise „etabliert", aber nicht bewiesen oder untermauert. Der Griff zu abwertenden Bezeichnungen verdeckt die fehlende sachliche Auseinandersetzung. Es ist auffallend, dass sich Koppenfels mit keinem Wort mit dem von Kreiler beschriebenen Literaturstreit Harvey - Nashe befasst. Der Grund ist deutlich: Für die Tatsache, dass sich Shakespeare in Loves Labour's Lost (Verlorene Liebesmüh') auf diesen Streit bezieht, könnte er aus seiner Stratfordischen Sicht keine Erklärung geben. Die etablierte Anglistik hat das bisher übersehen und wird versuchen, dies auch weiterhin zu tun.

NZZ


25.3.2010

Shakespeare - der größte und erfolgreichste Betrug

Kurt Kreiler argumentiert überzeugend für die Autorschaft Edward de Veres, des 17. Earl of Oxford, an den Werken William Shakespeares.

„Das Bild, zu dem ich gekommen bin, besitzt keine Widersprüche. Das heißt, ich bin nicht im geringsten Zweifel über diese Identität." Wer Kreilers Buch liest, dessen Argumentation sich stichhaltig entwickelt und den Leser über weite Strecken fast wie ein Krimi in Spannung hält, kann dem nicht anders als beipflichten.

Peter Gogolin in

Glanz & Elend - Magazin für Literatur und Zeitkritik


19.3.2010

National Portrait Gallery (London) lehnt das "Cobbe" als Shakespeare ab

Wie Dr. Tarnya Cooper, die Kuratorin für das 17. Jahrhundert, feststellt, ist ein Adliger dargestellt. Ein ähnliches Portrait (im Besitz der Folger  Library in Washington) stellt dieselbe Person dar, möglicherweise den Höfling Sir Thomas Overbury. (London Telgraph, 20.3.2010)

Im April 2009 wurde das „Cobbe" in Stratford als „originales" Shakespeare-Portrait vorgestellt. Mehr


18.3.2010

Ein neues Shakespeare-Stück?

Einige Pressmeldungen berichten, es sei ein neues Stück von Shakespeare nachgewiesen worden. Von dem „nachgewiesenen" Stück (Cardenio) ist kein Text vorhanden und es gilt als verschollen - wenn es denn überhaupt existiert hat. Es gehört zu einer ganzen Reihe von (z. T. vorhandenen) Stücken, für die eine Autorschaft Shakespeares im Druck angezeigt wurde. Meistens fälschlich, wie man heute weiß. Dass der „Echtheits-Nachweis" an einem nicht vorhandenen Text  gelungen sein soll, ist erstaunlich genug. Noch erstaunlicher ist, wie gläubig die Meldung aufgenommen wird. Mehr


17.3.2010

Londoner Theater spielt Possenstück über die Autorschaftsfrage.

Shakespeare Incorporated

Autor: Don Fried
Second Skin Theatre, London


16.3.2010

Angriff auf Wikipedia -Artikel

"Oxfordian theory of Shakespeare authorship" (siehe 13. 3. 2010) soll gelöscht werden bzw. in einem allgemeinen Artikel zur Autorschaftsfrage integriert werden, was aber einem Löschen gleichkommt. Diese Forderung wird in Wikipedia erhoben. Von wem diese ausgeht, ist nicht offen erkennbar, aber die Vermutung liegt nahe, dass Vertreter der Stratford-Theorie daran ein großes Interesse haben. Es gibt auch Einsprüche, die diesen sehr sachlichen Artikel erhalten wissen wollen.


14.3.2010

Aktuelles Zitat:

Dabei wird unterschlagen, dass die Biographie eines Autors zwar keine hinreichende, jedoch eine notwendige Bedingung zum Verständnis seines Werkes ist."

Hans-Albrecht Koch in der FAZ, vom 10. März 2010, S.30 (Feuilleton)

Anmerkung:

Die Vertreter der Stratford-Annahme, insbesondere Prof. James Shapiro (Columbia University, New York), fordern folgende Ergänzung:

„Mit einer Ausnahme: Shakespeare".

(In seinem für April angekündigten Buch „Contested Will" fordert Shapiro, dass im Werk Shakespeares nicht nach biographischen Bezügen gesucht werden dürfe.)


13.3.2010

Oxfordian theory of Shakespeare authorship

From Wikipedia, the free encyclopedia


10.3.2010

Der wahre Shakespeare - Kurt Kreilers faszinierende Entdeckung des Mannes, der die Dramen wirklich schrieb

RTL.at (Österreich) - Dienstag, den 16.03.10 Reihe, um 0:35 Uhr, 25 Min.-Beitrag

Aus dem Text der Redaktion: Schon Sigmund Freud behauptete, der Geldwechsler und Theaterdirektor in Stratford-upon-Avon, der Shakespere hieß, könne nicht das Genie gewesen sein, das die berühmten Dramen schrieb. Neuerdings hat der Philologe, Übersetzer und Autor Kurt Kreiler in einem faszinierenden Buch seine Gründe publiziert, die ihn davon überzeugt haben, dass ein hoher Adliger am Hofe der Königin Elisabeth I., der Graf von Oxford, der wirkliche Autor der berühmten Stücke war.

Link zur Sendung: RTL.at, 10 vor 11


5.3.2010

 Vita di William Shakespeare

Italienische Internetseite zitiert Arbeit des Shakespeare-Forschers Robert Detobel:

Robert Detobel, però, nel suo 'Shakespeare's signatures analyzed' sostiene (e dimostra) che Will non sapesse scrivere.

Rober Detobel behauptet (und beweist) durch seine  Untersuchung von Shapkespeares Unterschriften: Will(iam aus Stratford) hätte nicht schreiben können.


5.3.2010

Edward de Vere and his circle

My Lord of Oxenford's Maske

Earl Showerman (USA) hat bei Mignarda die Musik von Edward de Vere, des 17. Graf von Oxford  auf  CD herausgegeben.  Eröffnet wird die Präsentation mit dem berühmten Marsch des Grafen von Oxford. Es folgen viele Lieder in der Musik des  16./ 17. Jahrhunderts als Gesang und Lautenbegleitung. Die Herkunft von Oxford oder aus seinem Umkreis ist unstrittig. und die Nähe zum Werk Shakespeares offensichtlich. Ein ausführlicher Kommentar liegt der CD bei. Thomas Looney hatte schon 1920 als ein Charakteristikum des Autor von Shakespeares Werk die Liebe zur Musik genannt. (CD bei amazon erhältlich).