April 2010 - Aktuelles zum Thema

30. 4. 2010

Emmerich (3)

Shakespeare in Babelsberg

"Vor allem bewegt den Filmemacher und seinen Drehbuchautor John Orloff die Frage, wer der Autor der Stücke ist, die Shakespeare (1564-1616) zugeschrieben werden. Keine Handschrift, kein Zeugnis belegen seine Urheberschaft an den Werken, die unter seinem Namen im Lexikon stehen. Experten favorisieren Edward de Vere, Earl of Oxford (1550-1604), als wahren Verfasser."

Märkische Allgemeine

Tagespiegel
Berliner Morgenpost


28. 4. 2010

Ekkehart Krippendorff unterzeichnet die "Declaration of Reasonable Doubt"

Ekkehart Krippendorff ist Professor (emeritiert) für Politikwissenschaft an der FU Berlin und ein Pionier der Friedensforschung.
Neben zahlreichen Veröffentlichungen aus seinen Fachgebieten hat Krippendorf auch Bücher zu Shakespeare geschrieben:

  • Politik in Shakespeares Dramen, 1992
  • Shakespeares Komödien - Spiele aus dem Reich der Freiheit, 2007

(Siehe auch Krippendorfs Rezension von Kreilers Buch Der Mann der Shakespeare erfand in der Süddeutschen Zeitung vom 6.1.2010.)

Die "Declaration of Reasonable Doubt About the Identity of William Shakespeare" trifft keine Aussage über den Autor von Shakespeares Werken, sie fordert lediglich, dass Zweifel an der traditionellen Auffassung als berechtigt anzuerkennen sind. Zu den bekanntesten Unterzeichnern gehören John Paul Stevens und Sandra Day O'Connor (ret.), Richter am obersten Bundesgericht der USA (U.S. Supreme Court).

Krippendroffs Beispiel kann zur Nachahmung anregen.


26. 4. 2010

Shapiro (8) - Emmerich (2)

"Shakespeare: Die Frage nach dem Autor ist nicht beigelegt"

John Orloff, Drehbuchautor des Roland-Emmerich-Films „Anoymous" schreibt in Los Angeles Times:

Shapiro hat die Dinge zu stark vereinfacht - bestenfalls.
Er behauptet, dass unser Film dem Vermächtnis Shakespeares einen schlechten Dienst erweist und seine Vorstellungskraft abwertet.
Dabei konnte Shapiro den Film, der noch nicht fertig gestellt ist, gar nicht sehen.
Unser Film strebt genau das Gegenteil davon an.
Ich möchte Shapiro folgendes fragen:
Denkt er wirklich so gering über die 37 Dramen und 154 Sonette - und das Genie, das sie schrieb  -  und glaubt ein einzelner Film könnte das 400 Jahre alte Vermächtnis zerstören?

der vollständige Text (Englisch)


Shapiro-Tagebuch

25. 4. 2010 - (7)  Zeit und Ort


22. 4. 2010

Shapiro (7) - Emmerich (1)

Eine Antwort auf Shapiros Los Angeles Times - Beitrag

Der folgende  Brief von John Shahan wurde als Antwort zu Shapiros Artikel "Alas, poor Shakespeare," in Los Angeles Times, Opinion Section, Sunday, April 11, 2010 geschrieben. 

Sehr geehrter Herausgeber,

Ich denke, Shapiro verspricht zuviel. Er drückt sein Entsetzen darüber aus, dass ein Film (Anonymous) gedreht wird, in dem „Shakespeare" als der siebzehnte Graf von Oxford und nicht als Will Shakspere aus Stratford gezeigt wird. Weiter wird in diesem Film der Graf von Oxford als Sohn und Liebhaber der Königin Elisabeth I. vorgestellt -  eine Theorie, so behaupten zumindest einige, die erklären könne, warum der Verfasser der Shakespearschen Werke seine wahre Identität habe verbergen müssen...

Lesen Sie hier weiter:

Deutsche Übersetzung

Englisher Text hier


19. 4. 2010

Shake-speare mit Bindestrich

Welt-online kündigt die neue Gesellschaft an.

Shake-speare mit Bindestrich. In Hamburg haben Forscher die "Neue Shake-speare Gesellschaft" gegründet, die sich ebenfalls Leben und Werk des Dramatikers widmet - mit einem kleinen Unterschied: Sie geht davon aus, dass Edward de Vere, 17. Graf von Oxford (1550-1604) Autor von Shakespeares Werken ist. Die Gründer stammen aus dem Kreis der Herausgeber, Mitarbeiter und Leser des seit 1997 veröffentlichten "Neuen Shake-speare Journals". In frühen Drucken erschien der Name des Verfassers in der Schreibweise "Shake-speare". Zurzeit dreht der Regisseur Roland Emmerich in Babelsberg den Film "Anonymous", der ebenfalls de Vere als den wahren Shakespeare sieht. DW

Welt-online vom 19.04.2010


Shapiro-Tagebuch

19. 4. 2010 - (6) What is in a name? oder - Was in einem No-Name ist
17. 4. 2010 - (5) Statt Zettels Traum - Setzers Alptraum
15. 4. 2010 - (4) Verschwörung
14. 4. 2010 - (3) Shapiro: „forgeing" oder Forschung?
13. 4. 2010 - (2) Shapiros Zahlen und „bekannte Gesichter"
12. 4. 2010 - (1) Shapiros Umgang mit Zahlen


12. 4. 2010

Aufruf der Shakespeare Authorship Coalition zur Unterzeichnung der

Shakespeare-Deklaration: Es gibt begründete Zweifel

Declaration of Reasonable Doubt About the Identity of William Shakespeare

Nächster Stichtag zur Unterzeichnung ist der 18. April 2010.

Wie kann William "Shakspere" aus Stratford der Autor William Shakespeare sein, ohne dass es dafür eindeutige Nachweise aus seinen Lebzeiten gibt? Und woher rührt die große Kluft zwischen dem angeblichen Leben des Autors und dem Inhalt seines Werks?

In der Geschichte der Weltliteratur ist William Shakespeare von überragender Bedeutung. Aber wer war er? Bedeutende Schriftsteller, Wissenschaftler, Künstler und Staatmänner haben bezweifelt, dass W. Shakespere die Werke von William Shakespeare geschrieben hat, darunter:

Mark Twain, Henry James, Walt Whitman, Charles Dickens, Ralph Waldo Emerson, Orson Welles, Charlie Chaplin, Sigmund Freud, John Galsworthy, Paul H. Nitze, Lord Palmerston.

Dennoch wird von etablierten Shakespeareforschern behauptet, dass es keinen Platz für irgend einen Zweifel gäbe und die Frage unwichtig sei.

Die Unterzeichener der Deklaration erklären, dass es vernünftige und berechtigte Gründe für Zweifel gibt und die Frage von großer Bedeutung ist, sowohl für ein Verständnis der Werke und der Kultur, in der sie entstanden, als auch für die Würdigung des dichterischen Genies.

Zur vollständigen Erklärung, Liste aller 1731 Unterzeichner, Unterschriftseite etc.


12. 4. 2010

James Shapiro wird nervös (6)

Shapiro schreibt in Los Angeles Times

"Anonymous" von Roland Emmerich wird kein „disaster"-Film - außer vielleicht für Anglistikprofessoren. Nach Emmerich handelt der Film davon, dass William Shakespeare nicht der Autor der Stücke sein kann, die vielmehr vom Grafen von Oxford geschrieben sind. ....
Sicherlich ist es nur ein Film, aber bald werden Lehrer von ihren Schülern damit konfrontiert, dass die Sachen über das Elisabethnische England und seinen größten Dichte nur Lügen sind, und dass die Lehrer, die die Wahrheit unterdrückt haben, Teil einer Verschwörung sind."


9. 4. 2010

James Shapiro (5)

The Wall Street Journal: Shapiro bleibt den Beweis schuldig

"Contestet Will" ist  ein Bravurstück, aber es fehlt der letzte Akt. Shapiro blendet den vernünftigen Einwand der Skeptiker aus: dass Shakespeare nicht alles das wissen konnte, was der Autor der Stücke aber zweifellos wusste. ...Bis das nicht geklärt ist, können wir vielleicht wissen, dass Shakespeare die Stücke schrieb, aber wir wissen nicht wie."


5. 4. 2010

James Shapiro (4)

William S. Niederkorn (von 1986 bis 2009 Herausgeber bei "The New York Times").rezensiert Contested Will - Who Wrote Shakespeare?

"Kein vielversprechender Anfang" und „Eine Peinlichkeit für die Forschung".

ABSOLUTE WILL

siehe auch:
William S. Niederkorn:The Shakespeare Code, and Other Fanciful Ideas From the Traditional Camp (The New York Times)

William S. Niederkorn: Der Shakespeare Code (Deutsche Übersetzung; Neues Shake-speare -Journal, Bd. XI)


3.4.2010

James Shapiro (3)

Wall Street Journal bezweifelt den gewünschten Erfolg

Mit seinem  Buch "Contested Will  - Who wrote Shakespeare?" wollte James Shapiro die Verfasser-/Autorschaftsfrage endgültig klären. Als solches wurde es auch von verschiedenen Rezensenten begrüßt, u. a in The Guardian (21.3.2010) The Economist, (25 3.2010), The Independent, (26 .3. 2010) und Sunday's London Financial Times (26. 3. 2010).
Im Wall Street Journal (2. 4. 2010) stellt die Reporterin jedoch fest:

"Die Kontroverse ist lebendiger als je zuvor."

In dem Interview gibt James Shapiro zu:

 „dass es Dinge gibt, die in der akademischen Welt nicht gesagt werden dürfen. So ist es dort nicht erlaubt darüber zu sprechen, wer Shakespeare geschrieben hat."

Erstaunlicher Weise sagt J. Shapiro auch dies:

„In Shakespeares Biographie liegt auch Geld....  ich sollte das wissen. Ich habe eine geschrieben....Und die Leute wünschen eine gute Geschichte."

J. Shapiro hat auch Sorgen:

"Der Film wird viel an Aufmerksamkeit schaffen. Wann immer Roland Emmerich etwas macht ist es etwas Großes. Es wird kein herkömmlicher Desaster-Film werden, außer dass es ein Desaster für diejenigen von uns werden könnte, die „Shakespeare" lehren."


3.4.2010

Shakespeare und Tizian

"Der große Kronzeuge für die voraussetzungslose Schöpferkraft, Shakespeare, scheint erst vor kurzem weggebrochen zu sein: Neuen Forschungen zufolge stammt der Hamlet eben doch nicht von der Feder eines ungebildeten Komödianten aus Stratford, vielmehr steckt, wie schon früher vermutet, der Earl of Oxford dahinter, der die beste literarische Erziehung seines Zeitalters genoss."

 „Tizian und die Farbenreiber" in Jetzt.de /Süddeutsche Zeitung


2.4.2010

James Shapiro (2)

Wer schrieb Shakespeare? / Umstrittener Will

James Shapiro , Professor an der Columbia Universität in New York, überschreitet eine Grenze: Die Frage, wer Shakespeare schrieb, ist für die etablierte Wissenschaft alleine schon unerlaubt und ein Sakrileg. Shapiro versucht zwar die traditionelle Antwort zu geben, befasst sich aber ausführlich mit der Autorschaftsfrage. Dies ist bisher von der Wissenschaft peinlich vermieden worden. Shapiro weckt so (absichtlich?) die Neugier seiner Leser.

Contested Will: Who Wrote Shakespeare? by James Shapiro (New York: Simon & Schuster, 2010)

Eine ausführliche Rezension gibt Tom Hunter  auf der Internetseite der

Shakespeare Oxford Society - News Online

Hunter reviews Contested Will

Übersetzung:

Fangen wir mit der guten Nachricht an. Die gute Nachricht ist, dass James Shapiro, ein führender orthodoxer Shakespeareforscher, Professor an der Columbia University in New York, ein Buch, Contested Will , geschrieben hat; zum ersten Mal hält es ein etablierter orthodoxer Shakespeareforscher für angebracht, sich bis zu einem gewissen Grad mit den Oxfordianern und der Geschichte des Oxfordianismus vertraut zu machen. Die schlechte Nachricht ist, dass die Vertrautmachung nur bis zu einem ungewissen Grad stattgefunden hat und seine Darstellung des Oxfordianismus durchwirkt ist mit Verdrehungen, Verzerrungen und Entstellungen. 

Lesen Sie die ganze Buchbesprechung


1.4.2010

v. Koppenfels (3)

NZZ veröffentlicht kritischen Leserkommentar

Schmöker, Machwerk, Oxford-Fieber.....Werner von Koppenfels  verzichtet in seiner Rezension nicht auf eine herabsetzende Wortwah. Er beruft sich auf „etablierte Forschungsresultate", die „etabliert", aber nicht bewiesen sind....